SCADA-Migration ohne Produktiopnsstop – Legacy-System auf zenon abgelöst

Wie ein mittelständischer Maschinenbauer ein über 15 Jahre gewachsenes SCADA-Inselsystem schrittweise und risikominimiert auf zenon migriert hat.

Das Problem

Ausgangssituation

Ein über 15 Jahre gewachsenes SCADA-System lässt sich nicht abschalten. Für einen mittelständischen Maschinenbauer war genau das die Ausgangslage: Eine über Jahre tief in die Produktionsabläufe verwachsene Steuerungs- und Visualisierungslösung, deren Herstellersupport ausgelaufen war – und die dennoch täglich Hunderrte von Datenpunkten über Maschinen, Linien und Prozesse verwaltete.

Herausforderungen im Überblick

Sicherheitsrisiko

End-of-Line ohne Ausweg

Der Softwarehersteller des Altsystems hatte den Support eingestellt. Sicherheits-Updates gab es nicht mehr, bekannte Schwachstellen blieben offen. Eine Auditierung der OT-Infrastruktur hätte das Unternehmen in ernste Erklärungsnot gebracht.

Datenisolation

Proprietäre Insellösung

Das SCADA-System kommunizierte ausschließlich mit sich selbst. Maschinendaten erreichten weder ERP noch MES – Entscheidungen basierten auf manuell exportierten Tabellen, Schichtberichten auf Papier und dem Erfahrungswissen einzelner Mitarbeitender.

Wissenskonzentration

Technische Entwicklung

Im Laufe der Jahre waren zahlreiche Eigenentwicklungen, Workarounds und proprietäre Anpassungen in das System eingebaut worden. Das vollständige Systemwissen lag bei zwei oder drei Personen – ein erhebliches personelles Klumpenrisiko.

Maschinenanbindung

Keine Erweiterbarkeit

Neue Maschinen und Linien ließen sich kaum integrieren. Jede Anbindung erforderte aufwändigen, individuellen Programmieraufwand – mit proprietären Protokollen und ohne Dokumentation.

Ablöserisiko

Migrationsrisiko

Ein vollständiger Austausch auf einen Schlag schied aus. Ein ungeplanter Produktionsstop hätte Lieferverpflichtungen gefährdet und war betriebswirtschaftlich nicht vertretbar.

Zielsetzung

Ablösung des veralteten SCADA-Systems durch eine moderne, wartbare und erweiterbare Infrastruktur auf Basis von zenon (COPA-DATA) – ohne Unterbrechung der laufenden Produktion, ohne Verlust historischer Daten und ohne Rip-and-Replace-Risiko.

Der Ansatz

Lösung

neogramm entwickelte einen stufenweisen Migrationsplan, dessen Kernprinzip einfach ist: Kein System wird abgeschaltet, bevor sein Nachfolger nicht vollständig validiert ist. Jede Migrationsphase ist für sich abgesichert und reversibel.

Wie die Umsetzung realisiert wurde

  • Systemaudit und Ist-Dokumentation: Zu Beginn stand eine vollständige Bestandsaufnahme des Altsystems – alle Datenpunkte, Schnittstellen, Custom-Logiken, Alarmkonfigurationen und Visualisierungsstrukturen wurden erfasst und dokumentiert.
  • Parallelbetrieb als Sicherheitsnetz: zenon wurde parallel zum laufenden Altsystem installiert. Beide Systeme lasen dieselben Prozessdaten – alle Abweichungen zwischen Ist-Werten und zenon-Darstellung wurden systematisch identifiziert und korrigiert, bevor die erste Linie umgeschaltet wurde.
  • Linienweise Umschaltung: Die Migration erfolgte Linie für Linie. Jede Umschaltung wurde als separates Teilprojekt behandelt: mit eigenem Testplan, eigenem Go-/No-Go-Kriterium und definierten Rollback-Szenarien. Betriebsunterbrechungen beschränkten sich auf kurze, planbare Wartungsfenster pro Linie.
  • OPC UA als Kommunikationsstandard: Alle Maschinen wurden sukzessive über OPC UA an zenon angebunden.
  • IT/OT-Vorbereitung: Die zenon-Architektur wurde von Beginn an so konfiguriert, dass ein späterer Datenaustausch mit ERP, MES oder IIoT-Plattformen möglich ist. Die OT-Seite ist nach Abschluss der Migration „integration-ready“ – ein bewusster Schritt, der künftige Digitalisierungsprojekte erheblich vereinfacht.
  • Schulung und Wissenstransfer: Das Betriebsteam wurde schrittweise an zenon herangeführt – parallel zum laufenden Betrieb, in realer Umgebung statt im Schulungsraum.
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Der Nutzen

Erzielte Ergebnisse

Die Migration ist abgeschlossen – ohne einen einzigen ungeplanten Produktionsstopp. Das Unternehmen betreibt jetzt eine moderne, vollständig dokumentierte SCADA-Infrastruktur auf zenon, die aktiv gewartet wird, auf aktuellem Sicherheitsstand ist und sich mit vertretbarem Aufwand erweitern lässt.

Kein Produktionsausfall

Vollständige Systemkontrolle

Sicherheitsfundament

Erweiterbare Architektur

Fundament für IT/OT-Integration

SCADA-Migration gelten als eines der risikoreichsten Digitalisierungsvorhaben in der Produktion – zu Recht, wenn sie ohne Plan angegangen werden. Da Projekt zeigt, dass sie mit dem richtigen methodischen Ansatz beherrschbar sind: sorgfältige Analyse, kontrollierter Parallelbetrieb und eine konsequente Linien-für-Linien-Logik nehmen dem Vorhaben sein Bedrohlichstes. Die Migration ist dabei nicht das Ende eines Projekts – sie ist der Startpunkt einer modernen, erweiterbaren OT-Infrastruktur, die das Unternehmebn für die näcshten 15 Jahre trägt.